Anna Jermolaewa

Hendl Triptych, 3-channel Videoinstallation, 3-4 min., Loop, 1998

video

Hendl Triptych
Ansicht: sAPERTutto (APERTO over ALL), 48th Biennale di Venezia, 1999
Hendl Triptych
Ansicht: Jahresausstellung, Semperdepot Wien, 1998
Hendl Triptych
Hendl Triptych
Hendl Triptych

...Eine prüde Angelegenheit. Nicht so spekulativ wie das “Schwarze Quadrat” ihres Landmannes, aber von der selben zwingenden Frontalität, ja sogar Sakralität. Im Triptychon führt sie uns an die langsam schmorenden Hendlkörper heran. Die Nahrungsmittelzubereitungsmaschinen drehen sich und drehen sich. Nichts wird manipuliert. Alltagsvorgänge ausgerichtet auf die Befriedigung von Grundbedürfnissen, aufgenommen wie von Wertow. Die Frau mit der Kamera dokumentiert Grillhendeln am Spieß, in aufgereihter Formation, mal mehr mal weniger gepresst, güldene und schon etwas angeschmorte. Nicht das man zum Hendl wird und leidet bei längerem Zuschauen, nicht dass einem das Wasser im Munde zusammenläuft, das wäre zu banal, aber die ungeschönte Vorführung erweckt doch die Vorstellung von Opfern unseres Konsums und Fortschritts, von Erfindungen zu Zusammenpferchen und Massenvernichtung.

Harald Szeemann Die Expertise, in: Welt am Sonntag, Nr. 14 /Seite 45.