Anna Jermolaewa

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Erst seit dem Jahr 2004 erinnert jährlich am 8. November der "Internationale Tag der Putzfrau" an eine Berufs- gruppe, die selten im Rampenlicht des kollektiven Bewusstseins steht. Die zumeist weibliche und immigrierte "Putzfrau" – so die negativ konnotierte, politisch unkorrekte, aber meistgebrauchte Bezeichnung – beseitigt den Schmutz der Öffentlichkeit, ohne dass sie im Gegenzug von jener Anerkennung, Aufmerksamkeit oder Respekt erwarten kann.

Die Künstlerin Anna Jermolaewa nimmt diesen jungen Gedenktag zum Anlass, den wenig angesehenen Beruf in der Foto- und Videoinstallation "Handschuhe aus Gummi, Putzkittel und Wischmopp" im Foyer der Arbeiterkammer ebenbürtig dar- zustellen. Sie begleitete Frauen und Männer bei ihrer täglichen Arbeit als Reinigungskräfte und interviewte sie in deren Freizeit in ihren Wohnungen. Zwischen Küche, Couch und Kinderzimmer werden sie der herkömmlichen Anonymität entho- ben und erfahren somit eine Wandlung von Stereotypen zu Privatpersonen. Zum größten Teil sind die ProtagonistInnen Angestellte einer Wiener Reinigungsfirma, in der Anna Jermolaewa 1990 nach ihrer Flucht von Russland nach Österreich selbst als Reinigungskraft angestellt war. Es sind fast ausschließlich MigrantInnen wie sie, die unabhängig von ihrem Ausbildungsgrad diese Arbeit in Österreich verrichten. Während PolInnen und SerbInnen nach Österreich kommen, um zu putzen, sind es in Polen RussInnen und UkrainerInnen, in Serbien wiederum RumänInnen und AlbanerInnen. In Russland säubern Reinigungskräfte aus den ehemaligen Republiken Zentralasiens. So entsteht eine absurd anmutende Spirale, in der die Tätigkeit des Putzens zumeist von ArbeitsmigrantInnen aus Ländern mit noch niedrigerem Lohnniveau besetzt wird. Den Verdienst dieser Berufsgruppe beleuchtet Anna Jermolaewa in der Gegenüberstellung von Arbeitsroutine und Intimität des Privatraums und zeigt die Putzfrauen in ihrer Darstellung als verkannte Alltagshelden.